Konzeption

klangstaetten | stadtklaenge 2012 – die Idee ist, mit zehn jungen, sehr guten Künstlern und Künstlerinnen, die auditiven Qualitäten unserer urbanen Lebensumgebung zur Diskussion zu bringen.

Das Ohr ist ein gänzlich aufgesperrtes Sinnesorgan. Menschen gehen mit offenen Ohren durchs Leben, Ohren  lassen sich vor den Geräuschen der Welt nicht wie Augen verschließen, außer man hält sie sich zu. Wir hören, selbst wenn wir schlafen. Nur selten sind wir hellhörig und nehmen differenziert wahr, was uns an Geräuschen umgibt und in uns eindringt. Horchen wir in uns hinein und zurück in der Zeit, halt nicht nur Geläut von Straßenbahn-, Kuh-, Haustür-, Pausen-, Feuerwehr-, Kirchenglocken oder Fahrradklingeln in uns nach, sondern ein erstaunlich umfangreicherer Audiokosmos. Wir werden feststellen, Geräusche sind emotional konnotiert, wir sind gefühlsbetont.

Die inhaltliche Ausrichtung und die Auswahl der Künstler und Künstlerinnen erfolgt gemeinsam mit dem Allgemeinen Konsumverein durch einen erfahrenen, international bekannten Künstler-Kurator: Sam Auinger

Zehn Klangkünstler und Klangkünstlerinnen aus Australien, Großbritannien, USA, Japan, Venezuela, Österreich und Deutschland finden sich zu einer Gruppe. Fast alle kommen über die Musik, als Instrumentalisten oder Komponisten, zur experimentellen Klangkunst und Klanginstallation. Ein speziell hörender Zugang zur Umgebung ergibt sich daraus.

Es ist ein Glücksfall, dass die Künstler im gegenwärtigen Zeitfenster zwar an sehr unterschiedlichen Orten, teils in Südamerika, teils in Asien oder Großbritannien Projekte verwirklichen, aber alle in Berlin bzw. Braunschweig eine Lebens- und Arbeitsbasis haben.

Alle Beteiligten werden im Quartier „zwischen Puff und Kloster“und darüber hinaus sicht- und hörbare Interventionen verwirklichen. Ausgangspunkt der Interventionen ist das Vorhandene, sind Geräusche der Umgebung, verbalisierte Erfahrungen der Anwohner, Spuren der Geschichte, Widerhall der Bewegungen, der Architekturen.

Diese Interventionen der Einzelnen werden sich aufeinander beziehen – eine weitere gemeinsame Arbeit entsteht.

Mit Erkundungen, Aktionen, Performanences, Workshops, Radiowalks haben sich die jungen Künstler und Künstlerinnen seit März in das Quartier und die Stadt eingeschrieben und während der Ausstellungszeit werden sie mit Arbeiten präsent sein. Über einen längeren Zeitraum hinweg wird die Interaktion mit dem „Publikum“, mit der Bevölkerung vor Ort gesucht – wie hört sich die, ihre Stadt an?