Schwebungen

Schwebungen lautet der Titel dieser Arbeit. Schwebungen kommen hier auf unterschiedlichen Ebenen vor: Das Stahlpanel scheint über dem Boden zu schweben und zugleich gibt es hier akustische Schwebung. Ein Synthesizer erzeugt vier identische Sinustöne, die auf das Stahlpanel übertragen werden und es in Schwingung versetzen. Diese vier Töne aber werden von einem Seismometer beeinflusst. Dies führt zu Schwebungen, welche auf dem Panel sicht- und hörbar werden. Die Vibrationen des Bodens werden nicht unmittelbar in einen Ton übersetzt, sondern liegen nur in der Schwebung. Die Lesbarkeit fällt also in einen spekulativen Raum fällt. Das Schöne ist, dass Bodenvibrationen ähnlich unnachvollziehbar sind, wie die Schwebungen auf dem Panel und – jetzt auf einer anderen Ebene – wie die Ursache für die vorgefundene optische Situation: Die lädierte Westfassade des ansonsten hervorragend erhaltenen Kirchenbaus und die Turmfundamente, scheinen Zeugnis diverser Bauversuche abzulegen. Wie die Schwebung, bietet auch der bloße Anblick des Baus keinen Aufschluss über die genauen Gründe des Zustands. Ebenso wenig wie die Platzierung eines Spitzbogens der Klosterkirche Riddagshausen, der hier heute zu sehen ist, – als unetikettiertes, eingezäuntes Exponat und fragiles Sorgenkind, gestützt von einem Holzbalken. Auch hier gibt es spekulative Ebenen. Die physische Fragilität des Ortes spiegelt die Fragilität des Wissens um seine Geschichte.

Im richtigen Winkel betrachtet, spiegelt sich der Bogen im Bodenaktivität suggerierenden Stahl. Und vibriert. Und das ist das vielleicht Schönste daran. In der Vorstellung, in der Planungsphase. Opens internal link in current windowmehr

Westseite St. Aegidien

täglich 10 bis 20 Uhr

Künstler Opens internal link in current windowThomas Wochnik

Künstler: Opens internal link in current windowThomas Wochnik