Sam Auinger

Kurator Sam Auinger ist Sonic Thinker, Komponist und Sound Artist, Professor für „experimentelle Klanggestaltung“ im Masterstudiengang „Sound Studies“ der Universität der Künste in Berlin. Er ist geboren in Linz (Austria), lebt und arbeitet in Linz und Berlin. Seit den frühen 1980er-Jahren hat er sich intensiv mit Fragen der Komposition, der Computermusik, des Sounddesigns und der Psychoakustik befasst.

Auinger arbeitet mit Stadtplanern und Architekten zusammen, gibt Vorträge und ist häufig Teilnehmer bei internationalen Symposien zum Thema Stadtplanung, Architektur. Auinger setzt sich mit der Welt der Klänge, Töne und Geräusche, ihrer geografisch-kulturellen aber auch geschichtlichen Unterschiede auseinander, schließt an eine Tradition künstlerischer Auseinandersetzung mit Ton an, in der Personen wie Erik Satie, Luigi Russolo, John Cage oder Murray Schäfer Geschichte schrieben. Nicht nur Geräusche, auch ihr Raum ist charakteristisch. Der Raum als Klangobjekt ist Teil seiner Forschung. Auf seiner Suche nach einer neuen Sprache des Hörens arbeitet   Opens external link in new windowAuinger immer wieder in wechselnden Kooperationen.

 

Sam Auinger nennt das Vorgehen für klangstaetten | stadtklaenge 2012 „Praxis“ – Praxis und Einübung des hörenden Denkens, Praxis des „sich einen urbanen Raum Erarbeitens“, Praxis für die Künstler und Künstlerinnen, Praxis für die Bewohner einer Stadt.

„Als teilnehmender Künstler von klangstaetten | stadtklaenge 2009, schien mir die Einladung, dieses sehr eigene „Klangkunsttfestival“ 2012 zu kuratieren, eine interessante Möglichkeit, eine diskursive Plattform für ästhetische, soziale und politische Fragen im auditiven Erleben von urbanen Räumen mit zu entwickeln.

Mich interessiert die Frage: Was haben unsere urbanen Räume und die Art und Weise wie wir darin unsere sozialen und ökonomischen Interaktionen organisieren, unseren Sinnen zu bieten? Mein besonderes Interesse gilt dabei dem Hörbaren.

 

 

Der Schwerpunkt von klangstaetten | stadtklaenge 2012 liegt in der vor Ort auditiven Erfahrbarkeit von phänomenologischen, ästhetischen, historischen, ökonomischen und politischen Wirkungszusammenhängen.

„Praxis“ ist ein Angebot sich im auditiven Erleben von urbanen Situationen zu üben, die auditive Achtsamkeit im Erleben von Räumen und Orten zu schärfen, ...mit den Ohren zu denken,... die auditive Dimension unserer urbanen Lebensräume zu diskutieren…

Die Arbeiten laden ein, sich mit ihnen wiederholt zu beschäftigen, Verweise zu entdecken, Tageszeit und Raumrichtung zu wechseln und dabei die eigenen auditiven Verständnisprozesse mit zu verfolgen, wie etwa durch eine hörende Aufmerksamkeit in unserem primär visuellen Wahrnehmen von Räumen und Orten andere Zusammenhänge und Informationen Schicht um Schicht freigelegt werden.

Vom Allgemeinen Konsumverein ausgehend, dem Zentrum zwischen Puff und Kloster, werden sich die Arbeiten radial über das Quartier verteilen und in die Stadt hinein wirken.

Sam Auinger Opens internal link in current windowDenken mit den Ohren